Archiv

Der spannende Alltag einer Arbeitslosen oder Neuer Tag, neues Glück?

7.15 Aufstehen
7.30 Ich fr?hst?cke (M?sli mit Obst und Milch) und sehe mir dabei die gestern verpasste Folge von GZSZ an
8.00 Endg?ltiges Wachwerden unter der Dusche
9.00 Aufr?umen ist eine der wenigen T?tigkeiten, wo der Erfolg sofort sichtbar ist. Ich kann den Boden meiner Wohnung wieder erkennen.
9.30 Ich nehme mir die Worte meines Vaters zu Herzen "Kind, nutze doch jetzt die Zeit, um dich weiter zu qualifizieren", und melde mich f?r einen Fortgeschrittenen-Kurs am Cambrigdge-Institut an. Und wo ich schon mal am telefonieren bin, klappere ich auch gleich alle Unternehmen ab, bei denen meine Bewerbungen jetzt schon mehr als 4 Wochen zur?ckliegt und ich noch nichts geh?rt habe.
10.30 Der t?gliche Gang zum Briefkasten. Viel Werbemist, einige K?sebl?tter und da, ein kleines Kuvert einer Vertriebsfirma, bei der ich mich vor kurzem beworben habe. Sicher nur ein Zwischenbescheid, denke ich und ?ffne ihn lustlos. Oh, nein, es ist eine Einladung zum Vorstellungsgespr?ch, morgen, 13.00 Uhr. Na, das ist doch schon mal ein Lichtblick. Ich bef?rchte nur, dass es sich bei der T?tigkeit als Telefonistin um Hardcore-Verkauf am Telefon handelt. Naja, mal sehen.
11.00 Ich will mir einen Tee machen, aber es kommt kein Wasser aus der Leitung. Dunkel erinnere ich mich an einen Aushang am schwarzen Brett, dass wir heute von 10.00-15.00 auf dem Trockenen sitzen. Motzend hole ich mir einen O-Saft aus dem K?hlschrank.
11.30 Ich fahre mit dem Fahrrad in die Stadt um einige Dinge zu erledigen. Mist, ich hole mein Lieblings-Shirt aus der Reinigung und stelle fest, dass auch die den Fleck n icht rausbekommen haben.
13.00 Mache mich auf den Weg zu meinen Eltern um meine Mails zu lesen und das hier zu schreiben. Der Rest des heutigen Tages kommt dann morgen.
14.00 Fahre mit dem Fahrrad zu meiner Oma, die mich auch prompt zum Einkaufen schickt.
16.00 Wieder zu Hause. Schreibe mal wieder Bewerbungen
17.30 Lieblings-Soap "Unter Uns"
18.00 Essen. ?berbackener Brokkoli mit Kartoffeln
18.30 Mache mich langsam auf den Weg zur Planungssitzung unserer Jugendbewegung.
23.00 15 Leute, die vier Stunden lang diskutieren. Ich bin m?de, und will nur noch nach Hause. Bin aber auch zufrieden, weil wir wider Erwarten ein St?ck weiter gekommen sind.
23.30 Gute Nacht

1.12.05 13:47, kommentieren

Nicht alles, was Geld bringt, ist ein Beruf

13.30 V?llg desillusioniert verlasse ich das Geb?ude der Vertriebsgesellschaft, bei der ich gerade zum Vorstellungsgespr?ch war. Meine Aufgabe w?re es gewesen, via Telefon m?glichst viele Zeitschriften an wehrlose Menschen zu verticken. Stundenlohn 2,40 ? plus Provision. Zehn Minuten lang habe ich einer Dame ?ber die Schulter gesehen, gesehen wie sie versucht, Menschen eine schlichtweg falsche Rechnung f?r richtig zu verkaufen. Dann habe ich f?r mich entschieden, dass ich wohl noch nicht hungrig genug bin und habe den Raum verlassen.
Da ich nun schonmal in M?nchen bin, beschliesse ich, ein wenig Bummeln zu gehen. Esse auf dem Viktualienmarkt einen Teller Suppe und tausche beim Obletter das Weihnachtsgeschenk f?r meine Nichte Hanna um. Anschlie?end fahre ich mit der S-Bahn nach Hause. In der Bahn sitzt mir Christoph gegen?ber. Der Ex-Freund einer Bekannten, mit dem ich mich schon immer gut verstanden habe. Durch die Unterhaltung wird die Heimfahrt kurz.
Abends ?berkommt mich der Frust wegen der Arbeitslosigkeit, doch ich bek?mpfe ihn, in dem ich mir sage, dass das nicht ewig dauern kann. Jung, weiblich, sucht....Arbeitsplatz!

3.12.05 10:17, kommentieren

Bildung ist Kapital

7.30 Mein Wecker scheppert. Am Samstag? Dunkel erinnere ich mich an die Fortsetzung des HTML-Kurses, der heute stattfindet. Haue auf den Wecker, nur noch f?nf Minuten.
8.20 Mist, verpennt. Raus ausm Bett, rein in die Klamotten, runter mit dem Kaffee, rauf aufs Fahrrad, ab geht die Post. Gerade noch rechtzeitig angekommen. Ah, heute gehts um Frames und Tabellen.
12.00 Mittagspause. Meine Page nimmt langsam Gestalt an. Jetzt hab ich Hunger, also auf gehts zum Subway. Trotz Schneeregen Glatteis und Fahrrad.
12.45 So, mit einem halben Chicken-Fajita-Sandwich im Magen lernt es sich doch gleich besser. Langsam nimmt meine Seite Gestalt an, werd sie wohl bald online stellen.

1 Kommentar 3.12.05 14:11, kommentieren

Familienbande

Ist schon seltsam. Gerade in dieser f?r mich schwierigen Zeit ist meine Familie verdammt wichtig und gleichzeitig wird mir die ?bertriebene F?rsorge auch oft zu viel. Wenn beim Abendessen meine Mutter und meine Oma gleichzeitig auf mich einreden, bleibt mir oft nur noch die Flucht.
Gestern war ich bei meinen Eltern und hab mit meiner Nichte Hanna Pl?tzchen gebacken. Anschlie?end beide Kinder gebadet und ins Bett gebracht. Abends wollte ich mich eigentlich vor den Fernseher fl?zen, und bin dann doch noch zur 40-Jahrfeier unserer Kolpings-Familie. Dort dann Bailey's trinkend bis 4 Uhr morgens versumpft und anschlie?end wegen des Glatteises mein Fahrrad nach Hause geschoben.
Heute hab ich den TAg mit schlafen, baden und Bewerbungen schreiben verbracht. Abends hat mich mein Bruder abgeholt und wir sind zum Abendessen zu meinen Eltern gefahren, wo ich jetzt diesen Blog schreibe. Auch wenn Familie oft nervig ist, ohne sie w?re alles einsam kalt und grau.

4.12.05 18:51, kommentieren

Degeneration

Meine Degeneration macht mir Angst. Ich, die fr?her nur zum Fr?hst?cken und Schlafen zu Hause war, h?nge jetzt abende lang allein vor dem Fernseher, vermeide Treffen mit anderen Leuten, vor lauter Angst, wegen meiner Arbeitslosigkeit schlecht dazustehen oder mein immer knapper werdendes Geld auszugeben. Ich muss mich von einer Freundin halb dazu Pr?geln lassen, mit ihr auf eine Weihnachtsparty zu gehen, wo mich fr?her keine 10 Pferde davon abgehalten h?tten.
Als Therapie dagegen verordne ich mir gerade regelm??igen Sport (Denn daf?r muss ich aus dem Haus). Und alle meine Freunde zerren mich sowieso bei jeder sich bietenden Gelegenheit raus.
Der Rechtsstreit gegen meinen ehemaligen Arbeitgeber spitzt sich zu. Er behauptet jetzt, ich h?tte ihn aufgrund seiner Behinderung nie ernst genommen. Spinnt der? Ich bin selber 1 Jahr lang im Rollstuhl gesessen und wei? sehr wohl wie das ist. Wie k?me ich dazu ihn nicht ernst zu nehmen. Und vor allem wie verdammt beweise ich ihm das Gegenteil???
Heute ist ?brigens Samstag, der TAg, an dem in den beiden gro?en bayerischen Tageszeitungen gro?e Stellenteile sind. Also auf zur neuen Runde im Bewerbungsmarathon. Neues Spiel, neues Gl?ck.
Aber mal ein anderes Thema: Ich bin jetzt genau 1,5 Jahre Single, und langsam wird es Zeit, diesen Zustand zu beenden. Nein, ich werde nicht von einer Single-Party zur n?chsten rennen, und auch keine Kontaktanzeige aufgeben. Aber cih werde meine m?nnliche Umgebung jetzt mal wieder mit anderen Augen betrachten...

10.12.05 14:31, kommentieren