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Bin ich Heldin?

Seit einem dreiviertel Jahr bin ich nun Bezirksleiterin der Kolpingjugend in unserem Landkreis. Ja, das Amt macht mir Spaß, ich wusste, worauf ich mich einlasse, und ich mache es nach wie vor gerne. Gestern abend sind wir 6 Bezirksleiter mal wieder zu einem Planungstreffen zusammengekommen. Dabei haben wir die Jahresplanung für 2007 vorbereitet, gelaufene Aktionen nachbespochen und organisatorische Dinge geklärt.
Einer der großen Fixpunkte des nächsten Jahres wird eine großangelegte 72-Stunden-Sozialaktion mit dem Titel "3 Tage Zeit für Helden" sein. 3 Tage, in denen sich Gruppen ein Projekt ihrer Wahl vornehmen und durchführen können.
Warum ich das alles erzähle? Ich werde oft gefragt, warum ich das eigentlich mache. Was mich dazu bringt, einen Großteil meiner Freizeit mit oft langwierigen Sitzungen oder stressigen Planungen zu verbringen. Die Antwort: Es ist dieser kleine Moment, das blitzen in den Augen müder Teilnehmer nach einer gelungenen Aktion, die Umarmung glücklicher Kinder nach einem tollen Wochenende, oder der ehrlich gemeinte Händedruck für eine solide Leistung. Aber auch einfach nur die Gemeinschaft. Ich wage zu behaupten, dass ich durch diese Arbeit Menschen kennengelernt habe, die ich in einer Diskothek wohl nie getroffen hätte (Auch wenn ich da ab und zu auch mal gerne hingeh).
Sind wir Ehrenamtlichen Helden? Hmmm, ich denke nein, denn am meisten nimmt man aus so einer Tätigkeit wohl für sich selbst mit.

2 Kommentare 1.11.06 13:07, kommentieren

Mütze, Schal und Handschuhe

Die Sonne scheint, aber es ist saukalt! Heute nacht hat es sogar geschneit!
War heute schon beim NKD und hab mir eine Mütze gekauft, wobei ich feststellen musste, dass es nix gibt, was nicht blöd ausschaut. Also hab ich die Wahl, Ohren abfrieren oder blöd ausschauen!
Morgen fahre ich nach Bamberg, auf ein Konzert der WiseGuys! Wir sind ein ganzer Haufen und das wird sicher lustig, zumal die WiseGuys ja eh genial sind!!!
Bis Sonntag!

3.11.06 12:50, kommentieren

Fränggische Gulddur und ein geniales Konzert

Wise-Guys Spezialnacht in Bamberg! Zu zehnt mit dem Zug hinzufahren war schon ein Erlebnis weil wir dank Bayernticket umsteigen mussten und mehr als 4 Stunden unterwegs waren, aber uns wurde nicht langweilig.
Dann wurden wir von einem supernetten Bamberger Kolperer am Bahnhof abgeholt und zu unserer kostenlosen (!) Unterkunft gebracht. Dort haben wir uns dann erstmal häuslich eingerichtet, bevor wir die Bamberger City unsicher gemacht, im 1-Euro-Shop Geschenke gekauft und beim MäcDoof was gegessen haben, und dann gings endlich los, Richtung Konzert Arena.
Unsere Plätze relativ weit hinten, die Sicht aber super genial. Und dann das Konzert. Vielmehr waren es ja zwei, denn bei einer Spezialnacht gibt es nach dem normalen Konzert noch einen Mitsingteil, wo die TExte auf einer Leinwand eingeblendet werden.
Ich weiß, dass die Wise-Guys nicht so superbekannt sind, und vielleicht macht gerade das den Reiz. A-capella Musik ist auch nciht so mainstreamig, aber die Jungs sind einfach total klasse, und trotz ihres ERfolges echt auf dem Boden geblieben. Wo gibts das schon, dass die Stars erst auf der Bühne stehen, und dann in einem "After-Glow" im Foyer mit den Fans plaudern.
Am Sonntag waren wir dann noch gemütlich frühstücken, bevor wir die Heimreise angetreten haben und als ich abends um 7 zuhause war, war ich so richtig fertig, hatte aber auch ein Wochenende erlebt, das ich so schnell nicht wieder vergessen werde.

1 Kommentar 6.11.06 16:52, kommentieren

Erleichterung

Uffffhhh....
Wie ich heute vormittag im Praktikum an der Werkbank steh, kommt die Werkstattleitung und meint mit einem Gesicht, als müsste sie mir den Tod meiner Oma mitteilen, sie würde gerne mit mir reden, aber erst nach der Mittagspause. Hmpf
Hab mir dann 2 Stunden lang das Hirn zermartert, was ich denn wohl angestellt haben könnte, und mein Mittagessen hat mir dann auch nimmer geschmeckt.
Alles umsonst!!!
Sie wollte mir nur mitteilen, dass ich nach dem nächsten Schulblock in eine andere Abteilung komme, damit ich auch noch was anderes sehe und kennenlerne. Ausserdem wollte sie noch ganz allgemein wissen, wie es mir geht und wie es mir in der Werkstätte gefällt.

Themawechsel

Morgen ist das Jahresplanungstreffen unseres Bezirkes und wir haben bisher weltbewegende 3 Anmeldungen. Was lernen wir daraus? Es ist nicht immer eine Ehre, ein Ehrenamt zu haben!
Schönes Wochenende!
Faengerin

1 Kommentar 10.11.06 15:25, kommentieren

Trubel in der Stille

Wie immer, wenn ich mich lange nicht melde, ist in der Zwischenzeit eine ganze Menge passiert.
Los ging es mit unserer Jahresplanung. Wir haben es, surprise surprise, doch noch auf 10 Leute gebracht und waren den ganzen Tag über erstaunlich konstruktiv. Unser Jahresprogramm ist mal wieder gründlich entstaubt worden, und unseren jetzigen Gegebenheiten angepasst worden. Bleibt zu hoffen, dass wir es so wie es jetzt ist, durchführen können.
Samstag abend dann der Schock: Nach der Jahresplanung wollte ich meine Oma besuchen. Das Haus dunkel. Ich klingle, keine Reaktion. Ich gehe ums Haus rum um zu sehen ob sie im Wohnzimmer hockt und die Klingel nicht hört, nichts. Ich komme zu dem Schluss, dass sie wohl mit den Nachbarn unterwegs ist und fahre nach Hause. Lege mich in die Badewanne, dann vor den Fernseher. Mein Telefon klingelt. Papa. Fragt mich, ob ich bei Oma war. Dann erzählt er mir was passiert ist bzw sein muss: Die alte Dame wollte im Keller einige Pflanzen giesen, und weil sie die nicht erreichen konnte, ist sie auf einen wackligen Hocker geklettert. Oma bewegt sich, Hocker kippt, Oma fällt. Danach lag sie dann 2 Stunden im Keller, ohne dass es irgendwer bemerkt hätte. Deshalb hat mir niemand die Tür geöffnet. Schock!
Nach dem Telefonat mit meinem Vater hielt mich nichts mehr in meiner Wohnung. Ich bin sofort ins Krankenhaus gefahren. In der Notaufnahme treffe ich auf meine Mutter. Gemeinsam warten wir, ohne viel zu sprechen, beten still, teilen uns eine Tasse Tee. Zwischendurch erhasche ich einen Blick auf Oma. Ein erschreckendes Bild, das Gesicht blau, von den Scherben der Brille voller Blut, überall Knöpfe, Drähte, Schläuche. Ertappe mich bei dem Gedanken "Lass sie nicht leiden...bitte!"
Gegen 2 Uhr nachts schickt uns die Schwester nach Hause. Finde lange keinen Schlaf. Morgens dann endlich die Diagnose: Mehrere Rippenbrüche, Atemprobleme, Prellungen, Quetschungen, aber nichts Ernstes. Ein erstes Aufatmen. Natürlich weiß ich, dass ihr Tod mit 86 keine Überraschung wäre. Natürlich weiß ich, dass sie Herz und Lungenprobleme hat. All das weiß ich, und doch ist mir der Gedanke, sie könnte irgendwann nicht mehr da sein, unerträglich.
Ab jetzt ist mein Tagesprogramm um den Besuch bei Oma im Krankenhaus erweitert. Es ist seltsam, mal wirkt sie fit, motzt über meine Frisur und scheint wieder ganz die Alte zu sein, und mal ist sie vor lauter Wasser in der Lunge kaum in der Lage zu sprechen.
Am Montag abend dann die nächste Überraschung. S. meldet sich. Ruft an, weil er meine Postkarte bekommen hat. Vor einigen Wochen hab ich in einem Klosterladen eine Postkarte mit einem Zitat von Nietzsche gekauft: "Nur wer noch Chaos in sich trägt, ist in der Lage, einen tanzenden Stern zu gebären". Ich fand die so zu mir passend und auch so zu dem passend, was ihn so oft an mir gestört hat. Fand eine Postkarte ein gutes nicht zu aufdringliches Medium und habe eigentlich auch nicht mit einer Resonanz gerechnet. Wir telefonieren lange, irgendwann gesteht er mir, dass er mit dem Zustand, verheiratet und Vater zu sein nur sehr schlecht zurechtkommt. Schwärmt von unserer Zeit. Doch komischerweise macht mir das nichts aus, im Gegenteil, mein inneres Ich schüttelt den Kopf und ich werde mir endgültig klar, dass der wohl nie wissen wird, was er will.
Morgen gehe ich auf die Korbinianswallfahrt, von Erding nach Freising. Ein paar Stunden zu Fuß durch die kalte Nacht zu laufen und Zeit zum nachdenken zu haben dürfte mir mal wieder ganz gut tun. Und die Wasserblasen hinterher zeigen einem wenigstens, dass man es geschafft hat...
Gehabt euch wohl
Bis bald
Faengerin

1 Kommentar 17.11.06 11:16, kommentieren